Die etwa zweistündige Johannespassion erzählt die Leidensgeschichte Jesu Christi nach dem Johannesevangelium von der Gefangennahme bis zur Kreuzigung und Grablegung. Mit ihrer dramatischen Anlage, den vielschichtigen Figuren und den eindringlichen Chorpartien gilt sie als eines der bewegendsten Werke Johann Sebastian Bachs. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Darstellung eines historischen Passionsspiels. Vielmehr versteht die Inszenierung die Passion als kollektive menschliche Erfahrung, die über Glaubensfragen hinaus grundlegende Themen menschlicher Existenz aufgreift: Schuld, Verantwortung, Ausgrenzung, Leiden, Mitgefühl und Hoffnung.
Ein zentrales Element des Regiekonzepts ist die Aufhebung der klassischen Trennung zwischen Bühne und Zuschauerraum. Der Chor wird aus dem Publikum heraus agieren und das vielstimmige Volk der Passionsgeschichte verkörpern. Der Evangelist führt als Erzähler durch das Geschehen, während einzelne Beteiligte nach und nach in die Rollen von Jesus, Petrus, Pilatus und weiteren Figuren schlüpfen. Gemeinsam mit Chor, Orchester, Solisten und Publikum entsteht so ein kollektives Erlebnis der Passionsgeschichte. Seien Sie dabei!

